Therapie eines Tourette-Syndroms

Das Tourette-Syndrom ist bisher nicht heilbar. Die Therapie zielt daher darauf ab, den Betroffenen das Leben mit der Krankheit zu vereinfachen und in schweren Fällen die Tics zu reduzieren. Die Therapie des Tourette-Syndroms spaltet sich in drei Bereiche auf, die medikamentöse und die psychologische Therapie sowie die tiefe Hirnstimulation.

Medikamentöse Therapie

Die meisten Menschen, die an einem Tourette-Syndrom erkrankt sind, zeigen eine milde Form. Sie sind durch ihre gering ausgeprägten Tics und Verhaltensschwierigkeiten im alltäglichen Leben nicht oder nur wenig beeinträchtigt, weshalb eine medikamentöse Therapie nicht notwendig ist. Menschen hingegen, die an einer schweren Form des Tourette-Syndroms leiden, können über Medikamente ihre Tics bis zu einem gewissen Grad unter Kontrolle bringen.

In Deutschland wird vorwiegend der Wirkstoff Tiaprid zur Behandlung eines Tourette-Syndroms eingesetzt, aber auch Risperidon, Pimozide und Haloperidol können verwendet werden. Stimulanzien wie Methylphenidat oder Pemoline, die bei Kindern mit ADHS verschrieben werden, können Tics verstärken. Man sollte daher mit ihrem Einsatz bei Kindern mit Tic-Störungen zurückhaltend sein. Treten neben einem Tourette-Syndrom starke Zwangsstörungen auf, so kann die Gabe von Clomipramin, Fluvoxamin, Sertralin oder Fluoxetin sinnvoll sein. Das Medikament Sulpirid eröffnet bei der Kombination von Tourette-Syndrom und Zwangsstörung die Behandlungsmöglichkeit von beiden Krankheiten mit in einer Substanz.

Verschiedene klinische Studien, z.B. der Medizinischen Hochschule Hannover, haben bestätigt, dass THC, einer der Hauptwirkstoffe von Cannabis, Tics wirksam reduziert.

Psychologische Therapie

In vielen Fällen können psychologische Therapien bei einem Tourette-Syndrom sehr sinnvoll und hilfreich sein. So können Entspannungsverfahren, Antistresstraining, Biofeedback-Techniken und andere verhaltenstherapeutische Vorgehensweisen helfen, Stressreaktionen zu vermindern. Genau diese Situationen sind es häufig, die die Tics auftreten lassen oder sie stark verschlimmern. Des Weiteren kann durch diese Verfahren auch die Selbstkontrolle der Tic-Symptomatik verbessert werden. Mit dem Programm der „Reaktionsumkehr –Motorische Gegenantwort“ beispielsweise kann gelernt werden, einen unangenehmen Tic durch eine Willkürbewegung zu unterdrücken oder ihn durch eine Bewegung, die sozial akzeptabler ist, zu ersetzen. Weitere psychotherapeutische Maßnahmen können eingesetzt werden, um die Betroffenen und ihre Familien dabei zu unterstützen, einen angemessenen Umgang mit dem Tourette-Syndrom zu finden.

Tiefe Hirnstimulation

Die tiefe Hirnstimulation ist ein neurochirurgischer Eingriff in das Gehirn, der dortige Fehlleistungen korrigieren soll. Dazu werden Elektroden ins Gehirn eingebracht, die mit Impulsgebern verbunden sind, die in der Regel im Brust- oder Oberbauchbereich unter der Haut implantiert werden. Dieses Verfahren ist bei Krankheiten wie Parkinson und einem Tremor etabliert, die Wirkung auf ein Tourette-Syndrom wird derzeit erforscht.

Lydia Köper

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    Bis heute ist es Medizinern nicht möglich, das Tourette-Syndrom mithilfe apparativer Methoden nachzuweisen. Es ist also nicht bekannt, welche Veränderungen im Gehirn die für das Tourette-Syndrom typischen Symptome auslösen. Auch die Ursachen, die zur Entstehung der Erkrankung führen, liegen bis heute im Dunkeln.
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    Das Tourette-Syndrom zählt zu den sog. Tic-Störungen. Das charakteristischste Krankheitszeichen des Tourette-Syndroms sind Gesichts- oder Nervenzuckungen, die als Tics bezeichnet werden. Diese können sowohl Bewegungen bzw. Bewegungsmuster als auch Lautäußerungen bzw. gesprochene Worte umfassen.
  • Therapie des Tourette-Syndroms 28.03.2014
    Bisher ist es noch nicht gelungen, einen Wirkstoff zu entwickeln, der in der Lage ist, die beim Tourette-Syndrom auftretenden Tics verschwinden zu lassen und somit die Erkrankung zu heilen. Es gibt jedoch pharmakologische Substanzen und spezielle nichtmedikamentöse Verfahren, mit denen die Symptome gelindert werden können.