Diagnose eines Tourette-Syndroms

Die Diagnose eines Tourette-Syndroms und auch anderer Tic-Störungen sollte möglichst früh erfolgen. Spätestens wenn der Tic schon seit über einem Jahr andauert oder sich zunehmend verstärkt, sollte dringend ein Arzt oder Psychiater aufgesucht werden.

Diagnose anhand der Symptome

Die Diagnose wird dadurch gestellt, dass die entsprechenden Symptome beobachtet werden und der bisherige Verlauf der Erkrankung genau beleuchtet wird. Die aktuellen Tics zeigen sich in den meisten Fällen relativ häufig und können so bei der Untersuchung beobachtet werden. Alle weiteren Punkte müssen in einem ausführlichen Gespräch mit dem Patienten geklärt werden. Dazu werden im Allgemeinen drei Bereiche thematisiert:

  • die Symptome
  • die Entstehung der Störung
  • das Vorliegen gleichzeitig auftretender anderer Störungen

Beim Punkt der Symptome ist es wichtig abzuklären, wann, wo und wie oft diese auftreten. Auch der Zusammenhang ist wichtig, so zum Beispiel ob diese stressabhängig auftreten und ob sie unterdrückbar sind.

Des Weiteren ist es notwendig, die bisherige Geschichte des Patienten mit der Erkrankung zu besprechen. So kann herausgefunden werden, seit wann die Erkrankung besteht, und ob es Wechsel in der Stärke, der Häufigkeit und der Art bestimmter Tics gegeben hat. Unter diesen Punkt fällt außerdem die bisherige Behandlung, falls zuvor ein Arzt wegen der Krankheit aufgesucht wurde.

Es können gleichzeitig andere Störungen auftreten, deren mögliches Vorliegen ebenfalls abgeklärt werden muss. Dazu zählen beispielsweise ADHS, Schlafstörungen, Lernstörungen oder Zwangsstörungen.

Bedingungen für die Diagnose eines Tourette-Syndroms sind mindestens ein vokaler und mindestens zwei motorische Tics, die allerdings nicht gleichzeitig aufgetreten sein müssen. Beim Tourette-Syndrom treten die Tics mehrmals täglich, zumeist anfallartig entweder fast jeden Tag oder über ein Jahr lang wiederkehrend, auf. Die Symptome müssen vor dem 21. Lebensjahr erstmals aufgetreten sein, die Stärke der Tics spielt keine Rolle bei der Diagnostizierung. In den aktuell verwendeten Diagnoseschlüsseln, ICD-10 und DSM-IV wurde der früher zur Diagnose wichtige Befund einer starken inneren Anspannung und negativer Folgen in wichtigen Lebensbereichen für das Tourette-Syndrom gestrichen.

Spezielle Untersuchungen

Die Diagnostizierung anhand der Symptome ist das Standardvorgehen beim Tourette-Syndrom. Spezielle neurologische oder psychologische Verfahren existieren nicht. Um das Tourette-Syndrom allerdings von anderen neuropsychiatrischen Erkrankungen sicher abgrenzen zu können, ist in manchen Fällen die Erstellung eines Elektroenzephalogramms (EEG), eine Computertomografie (CT) oder eine Kernspintomografie (MRT) sinnvoll. Weitere medizinische Untersuchungen können, abhängig vom Ergebnis der vorausgegangenen, notwendig sein. Fragebogen und Schätzskalen sind verfügbar, um Art und Weise sowie Schweregrad der Tic-Störung besser beurteilen zu können.

Lydia Köper

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