Was ist das Tourette-Syndrom?

Das Gilles-de-la-Tourette-Syndrom, kurz Tourette-Syndrom, ist eine neurologisch-psychiatrische Erkrankung, die durch Tics charakterisiert ist. Bei Tourette handelt es sich um unwillkürliche, plötzlich ausgeführte Bewegungen oder Lautäußerungen, sogenannte motorische oder vokale Tics.

Tic-Störungen im Allgemeinen

Alle Erkrankungen, bei denen Tics auftreten, werden als Tic-Störungen bezeichnet. Unabhängig davon, ob vokale oder motorische Tics einzeln oder in Kombination auftreten, lassen sich die Tic-Störungen in vorübergehende und chronische Formen einteilen. Den Unterschied macht die zeitliche Dauer der Ticstörung, die Grenze liegt bei einem Jahr. Verschwindet die Krankheit also innerhalb eines Jahres wieder, so lag eine vorübergehende Ticstörung vor, dauert sie hingegen länger an, handelt es sich um eine chronische Ticstörung.

Auch die Tics an sich können in zwei Kategorien unterteilt werden, die einfachen und die komplexen Tics. Einfache motorische Tics sind beispielsweise Augenblinzeln, Naserümpfen, Kopfwerfen oder Grimassen schneiden. Unter einfache vokale Tics fällt das Ausstoßen von bedeutungslosen Lauten, Husten oder das Nachahmen von Tiergeräuschen. Der Kategorie der komplexen Tics sind im motorischen Bereich Handlungen wie Grimassieren, das Imitieren anderer Leute (Echopraxie) oder auch Selbstverletzung zuzuordnen. Komplexe vokale Tics sind beispielsweise ein Wiederholen von Wörtern (Echolalie bzw. Palilalie) oder das als Koprolalie bezeichnete Herausschleudern obszöner und aggressiver Wörter.

Symptome des Tourette-Syndroms

Das Tourette-Syndrom gehört per Definition zu den chronischen Tic-Störungen. Tourette ist im Wesentlichen durch drei Symptome gekennzeichnet:

  • Kombination von Tics
  • eine gehäuftes Auftreten der Tics über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr
  • Wechsel in Bezug auf Häufigkeit und Intensität der einzelnen Tics

Die motorischen Tics sind multipel, es treten also Kombination verschiedener Muskelzuckungen auf. Auch die vokalen Tics können in multipler Form auftreten. Letztere stellen sich meist im Verlauf der Erkrankung ein und müssen nicht zeitgleich mit den motorischen Tics auftreten. Es kann zudem vorkommen, dass bestimmte Tics für Wochen oder Monate verschwinden, sie können allerdings jederzeit wieder unvermutet zurückkehren. Treten Tics mehrfach am Tag auf, so sind diese häufig durch ein Vorkommen in ganzen Serien gekennzeichnet.

Zahlen und Fakten zum Thema Tourette

Tics treten mit recht großer Häufigkeit auf, jedes achte bis zehnte Kind im Grundschulalter ist davon betroffen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um vorübergehende und einfache, schwach ausgeprägte motorische Tics. Chronische Tics in mehrfacher Ausprägung finden sich bei schätzungsweise fünf Prozent aller Menschen. Die häufigste aller Tic-Störungen im Erwachsenenalter ist das Tourette-Syndrom. Jungen und Männer sind von einer Tourette Erkrankung drei- bis viermal häufiger betroffen als Mädchen und Frauen.

Lydia Köper

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Tourette-News von Curado.de

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    Bis heute ist es Medizinern nicht möglich, das Tourette-Syndrom mithilfe apparativer Methoden nachzuweisen. Es ist also nicht bekannt, welche Veränderungen im Gehirn die für das Tourette-Syndrom typischen Symptome auslösen. Auch die Ursachen, die zur Entstehung der Erkrankung führen, liegen bis heute im Dunkeln.
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